Kontinuierliche Verbesserung der Lesekompetenz im Land
Grundschule und Einschulung
20 Minuten täglich lesen und das an jedem Schultag: Seit dem Schuljahr 2024/2025 ist das Leseband an 269 öffentlichen Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern fest im Stundenplan verankert. Rund 76.000 Lernende haben bislang teilgenommen. Ziel ist es, die Leseflüssigkeit und das Textverständnis der Kinder systematisch zu fördern und ihren Wortschatz zu erweitern. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Greifswald zeigt positive Entwicklungen: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Lesekompetenzen kontinuierlich.
„Seit zwei Jahren setzen die Schulen in unserem Land das Leseband von der 1. bis zur 4. Klasse erfolgreich um. Alle Grundschülerinnen und -schüler erhalten damit mehr Zeit, um das Lesen zu üben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Entscheidung zur Einführung des Lesebandes für die Entwicklung der Kinder wichtig und zielführend gewesen ist, denn sie lesen deutlich fließender.“
Verbesserungen in allen Klassenstufen
Die Einführung des Lesebandes an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern wurde von August 2024 bis Juli 2026 wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation führte eine Arbeitsgruppe um Frau Professorin Mahlau aus dem Bereich Sonderpädagogik und Inklusion der Universität Greifswald durch. Dafür wurden zu mehreren Zeitpunkten die Leseleistungen von insgesamt 3.173 Schülerinnen und Schülern an zwölf Grundschulen im Land erhoben.
Die Ergebnisse zeigen über alle untersuchten Klassenstufen hinweg eine kontinuierliche Verbesserung der Lesekompetenzen. Am Ende des Überprüfungszeitraums erzielten die meisten mit dem Leseband geförderten Kinder signifikant bessere Ergebnisse in allen untersuchten Bereichen: Leseflüssigkeit, Wortverständnis, Satzverständnis und Textverständnis.
„Die Evaluation liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer systematischen und regelmäßigen Leseförderung. Daraus lassen sich gezielt weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Leseunterrichts in unseren Schulen ableiten“, sagte Professorin Dr. Kathrin Mahlau.
Nach den Ergebnissen der Untersuchung konnten zudem anfängliche Leistungsrückstände ausgeglichen werden. Auch im Vergleich mit Kindern, die im Unterricht ohne Leseband gelernt haben, zeigten sich bessere Leseleistungen bei den Kindern mit Lesebandförderung. Die festgestellten Effekte nahmen mit der Klassenstufe zu. Besonders ausgeprägt waren sie in der dritten Klasse.
Hintergrund
An jedem Unterrichtstag nehmen sich die Schülerinnen und Schüler 20 Minuten Zeit zum Lesen – unabhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach.
Die Schulen gestalten diese Lesezeit eigenständig und können aus verschiedenen Methoden wählen. Dazu zählen das Vorlesen und Mitlesen, das gemeinsame Lesen mit einem Lesepartner (Tandemlesen), Leseaktivitäten nach einem Würfelergebnis mit dem „Ich-Du-Wir-Würfel“, das Vorlesetheater oder das Hören von Hörbüchern und Mitlesen im Buch.