Ukraine-Kooperation: Psychosoziale Versorgung

Der Krieg in der Ukraine traumatisiert Jung und Alt, an der Front und im zivilen Leben. Der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung ist auch in der MV-Partnerregion Tschernihiw hoch. Deshalb fördert das Land auch Fortbildungen für Psychotherapeuten.

Partnerschaften und Zusammenarbeit

Im Jahr 2022 waren Teile der Region Tschernihiw, mit der Mecklenburg-Vorpommern seit Anfang 2024 eine Regionalpartnerschaft eingegangen ist, zeitweise von russischen Truppen besetzt. Sie begingen dort Kriegsverbrechen, auch an der Zivilbevölkerung, unter anderem im Dorf Jahidne, wo Hunderte Dorfbewohner in einem Schulkeller wochenlang unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten wurden (Foto oben).

Bis heute beschießt Russland die ganze Oblast regelmäßig mit Drohnen und Raketen. Aus vielen Familien in der Region dienen Männer und Frauen im Militär, oft an vorderster Front. Diese Situation belastet die Bevölkerung der Region Tschernihiw stark. 

Online-Workshops und Supervisionen für Psychotherapeuten

Seit 2024 organisiert das Institut für Psychologie der Universität Greifswald Online-Workshops und Supervisionen für Psychotherapeuten und Psychiater aus der Region Tschernihiw. Die aktuelle Projektphase läuft bis Ende 2027.

Mit den Workshops verbessern Professorin Eva-Lotta Brakemeier und ihr Team die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung der Bevölkerung. Die Teilnehmer der Workshops und die Regionale Militärverwaltung Tschernihiw bewerten das Projekt rundum positiv. Das Institut für Psychologie der Universität Greifswald arbeitet im Projekt auch mit Universitäten und Krankenhäusern in der Region Tschernihiw zusammen. 

Seit Dezember 2025 führen die Greifswalder Psychologen auch Fortbildungen für Fachkräfte von Resilienz-Zentren in Tschernihiw durch. Diese Zentren dienen der psychosozialen Erstversorgung der Bevölkerung. Ihre Mitarbeiter sind hauptsächlich Sozialpädagogen. Auch die Qualität ihrer Arbeit verbessert sich durch die Workshops. Träger der Resilienz-Zentren ist die lettische Organisation „Centrs Marta“.

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